Samstag, 15.08.2026
Literatur-Matinee mit Dr. Eigelsheimer
Wir sind sehr erfreut, in diesem Jahr wieder Dr. Eigelsheimer für einen überaus "unterhaltsame" und beliebten Literaturvortrag gewonnen zu haben.
Literatur-Matinée
mit Dr. Matthias Eigelsheimer
150. Geburtstag Rainer Maria Rilke
Im Dezember 1875 in Prag geboren, zählt Rainer Maria Rilke – dessen 150. Geburtstag sich 2025 jährte – zweifellos zu den bedeutendsten und bis heute beliebtesten deutschsprachigen Lyrikern. Seine Gedichte zeichnen sich durch eine außergewöhnliche Klanglichkeit und Intensität aus und werden bis heute häufig zitiert. Ob der Panther oder die Herbstgedichte – manche seiner Verse sind geradezu zu geflügelten Worten geworden.
Das ist umso bemerkenswerter, als sich seine Werke bei genauerer Betrachtung oft als vielschichtig und nicht leicht erschließbar erweisen. Zugleich durchzieht viele seiner Texte eine eigentümliche, schwer fassbare Religiosität. An diesem Vormittag wollen wir dem Phänomen Rilke ein wenig auf die Spur kommen: seiner Stellung in der Literatur um die Wende vom fin de siècle zur literarischen Moderne, seinem Verhältnis zu den Strömungen seiner Zeit und der besonderen Eigenart seiner Dichtung.
Wie sah die literarische und geistige Situation aus, in die hinein er schrieb? Worin besteht seine bis heute anhaltende Sonderstellung? Und schließlich: Hat Rilke uns auch heute noch etwas zu sagen – oder sind seine Gedichte vor allem deshalb so beliebt, weil sie „einfach nur schön“ sind?
Samstag, 15.08.2026 um 10 Uhr "Neues Dorfgemeinschaftshaus" Rod an der Weil Foyer im "Felsenkeller" Gillgarten 1b, 61276 Weilrod - Rod an der Weil
Mitglieder: 10 €
Nichtmitglieder: 15 €
Anhang zur Einstimmung
Der Begriff „Auf der Schwelle“ ist ein zentrales Motiv und eine häufig verwendete Metapher in den lyrischen Schriften von Rainer Maria Rilke. Die Schwelle symbolisiert bei Rilke den Übergang – zwischen Innen und Außen, dem Bekannten und dem Unbekannten, Vergänglichkeit und Ewigkeit, oder dem Diesseits und Jenseits. Für Rilke ist die Schwelle kein trennendes Hindernis, sondern ein Ort des Aufbruchs und der Verwandlung. An der Schwelle löst sich das Gewohnte auf und der Mensch beginnt, die Welt durch sein eigenes Wahrnehmen und Fühlen aktiv zu erschaffen. Das Motiv taucht in mehreren berühmten Werken auf, z. B. im Gedicht „Eingang“ (Das Buch der Bilder).
In seinem Gedicht Eingang steht das lyrische Ich am Anfang seines Schaffens, quasi auf der Schwelle der Dichtung und des Lebens. Die vertraute Stube (das Bekannte) wird verlassen, um in die Weite (das Unbekannte) zu treten: Wer du auch seist: am Abend tritt hinaus aus deiner Stube, drin du alles weißt; als letztes vor der Ferne liegt dein Haus: wer du auch seist. Mit deinen Augen, welche müde kaum von der verbrauchten Schwelle sich befrein, hebst du ganz langsam einen schwarzen Baum und stellst ihn vor den Himmel: schlank, allein. Und hast die Welt gemacht. Und sie ist groß und wie ein Wort, das noch im Schweigen reift. Und wie dein Wille ihren Sinn begreift, lassen sie deine Augen zärtlich los...
Weitere Gedichte und Texte finden Sie auch auf www.rilke.de.
oder als pdf-Datei: Plakat-LiteraturRILKE.pdf
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